Eich(l)eSuppe
Die Eich(l)eSuppe ist seit 1986 ein fester Bestandteil der Hünenberger Fasnacht. Als Geschenk der Guggenmusig Quaker zum 10jährigen Jubiläum der Eichezunft entsteht eine fahrbare Suppenküche, die seither an zahlreichen Umzügen für Wärme, Stärkung und viele Geschichten sorgt. Über vier Jahrzehnte hinweg prägen engagierte Suppenköch:innen und eine treue Crew diese besondere Tradition.

Geschenk zum 10jährigen Jubiläum
Im Januar 1986 feiert die Eichezunft ihr zehnjähriges Bestehen. An der Inthronisation überrascht die Guggenmusig Quaker die Zunft mit einem sagenhaften Geschenk: der Eich(l)eSuppemaschine, einem heimeligen Gefährt mit kupfernem Kessel. Die Erbauer verstehen die Suppemaschine als kleine Schwester der Kafisüüdi. Ihre Überlegung ist einfach und einleuchtend: Nicht alle möchten Alkohol trinken und an den Umzügen sind auch viele Kinder sowie Guggenmusiken unterwegs, die zwischendurch eine kräftigende Stärkung gut gebrauchen können.

Nährwertreiche Kichererbsen
Fortan ist die Eich(l)eSuppemaschine regelmässig an Umzügen im Einsatz. Viele Fasnächtler:innen sind dankbar für eine wärmende Bouillon. Franz II. Baggenstos, Zunftvater des Jahres 1986, legt von Beginn weg das Grundrezept fest. Zur Ehre der beiden Zunfträte «Munimäschter» Bruno Werder und «Eierfrau» Brigitte Baumgartner bestimmt er, dass die Suppe je zur Hälfte aus Rinds- und Hühnerbouillon besteht. Zu jeder Portion werden zudem einige nährwertreiche Kichererbsen gereicht.
Meisterköche und Suppencrew
Franz I. Baggenstos zeigt sich begeistert von der neuen Fahrhabe und übernimmt spontan als erster das ehrenvolle Amt des Suppenkochs. An einer späteren Zunftversammlung wird ihm dafür sogar eine Ehrenurkunde verliehen.
In den folgenden Jahren zelebrieren Franz I. Baggenstos und Louis Suter die Eich(l)eSuppe an zahlreichen Umzügen in Zug, Cham, Rotkreuz und selbstverständlich in Hünenberg. 1988 lädt Louis Suter die Eich(l)eSuppe auf seinen Lieferwagen und fährt nach Donaueschingen, wo die süddeutschen Narren erstmals in den Genuss der Suppe kommen.
1996 übergibt Franz I. Baggenstos die Meisterkochmütze an Louis Suter, der dieses Amt gemeinsam mit seiner Frau Bernadette bis zur Fasnacht 2016 ausübt und die Suppencrew mit viel Geschick anführt.
Nach dem Ausscheiden aus dem Zunftrat 1996 schliessen sich Thomas I. Suter und seine Frau Irma der Eich(l)eSuppe Crew an und helfen aktiv beim Verteilen der Suppe.
Nur einmal weicht die Crew vom ursprünglichen Rezept ab: Als Thomas I. und Irma die Lachende im Jahr 2014 das Zunftpaar bilden, wird Glühwein statt Suppe ausgeschenkt, was beim Publikum des Hünenberger Umzugs grossen Anklang findet.
'Per Fasnacht 2016 übergibt Louis Suter die Meisterkochmütze an Thomas I.
Neue Generationen und grosse Revision
Nach dem Austritt von Daniel Suter aus der Guggenmusig Quaker wird er direkt in die Eich(l)eSuppe Crew aufgenommen. Der technisch versierte Daniel Suter revidiert im Jahr 2024 gemeinsam mit Erwin Waldispühl senior, Erwin Waldispühl junior und Daniela Gilbert die Fahrhabe aufwändig und vollständig. An der Fasnacht 2025 steht die Eich(l)eSuppe wieder mit glänzendem Kupferkessel bereit.
Per Fasnacht 2024 übergibt Thomas I. das Amt des Meisterkochs an Daniel Suter, der die Eich(l)eSuppe Crew gemeinsam mit Erwin Waldispühl senior in dritter Generation der Familie Suter anführt.

Fahrhabe mit Tücken
Tückisch ist jeweils der Arbeitsplatz des Suppenkochs. Wechselnde Zugfahrzeuge, unterschiedliche Fahrer:innen und unsanftes Kuppeln führen immer wieder dazu, dass überschwappende Suppe den Meisterkoch mehr wärmt, als ihm lieb ist.
Nach einem Umzug in Rotkreuz fährt Louis Suter mit der Eich(l)eSuppe sorglos nach Hünenberg zurück. Durch das Rumpeln der eisenbereiften Räder löst sich unbemerkt die Feuerschublade der «Soppesüüdi» und fällt auf die Strasse. Gott sei Dank findet Louis Suter sie nach kurzer Zeit wieder, ohne dass sie von nachfolgenden Autos beschädigt wird.
Eisenbereifte Räder und abenteuerliche Fahrten
Die eisenbereiften Räder der Eich(l)eSuppe sind ein besonders wertvolles Gut. Die trockene Luft im sogenannten «Schluch», dem Materialraum der Eichezunft unter dem Heirisaal, lässt das Holz der Räder über das Jahr leicht schwinden. Dadurch verlieren sie ihre runde Form, was zu eher unruhigen Fahrten führt.
An einer Fasnacht soll die Eich(l)eSuppe wie jedes Jahr am Herti Umzug in Zug teilnehmen. Da jedoch kein Verladefahrzeug organisiert ist, erhält Bernadette Suter den Auftrag, die Fahrhabe «süferli» und langsam nach Zug zu fahren. Trotz Verkehrsbehinderungen durch den Suppentransport und langer Fahrzeit trifft die Eich(l)eSuppe ohne Havarie und ohne Polizeischutz in Zug ein und kehrt nach dem Umzug ebenso gemächlich nach Hünenberg zurück.

Unterhalt der Eich(l)eSuppe
Ehrenzünfter Beda Boos kümmert sich über viele Jahre um die Fahrhabe. Er montiert unter anderem eine Scheibenbremse und repariert defekte Fensterscheiben. Zum dreissigjährigen Jubiläum der Eichezunft im Jahr 2006 poliert er die Eich(l)eSuppe auf Hochglanz.
Im Jahr 2013 beschliessen Armin I. Bühler und Helen die Familiäre, sich der leicht lädierten Räder anzunehmen. Armin I. erinnert sich an einen Drechsler in Hagendorn, der das traditionelle Handwerk noch beherrscht und die eisenbereiften Holzräder fachgerecht instand setzt und erneuert.
Diese Seite wurde zuletzt am 4. Juni 2026 geändert.