Zunftpaar
Das Zunftpaar ist in Hünenberg Jahr für Jahr eines der bestgehüteten Geheimnisse der Eichezunft. Wer das neue Zunftoberhaupt wird, weiss einzig der Zunftrat. Bis zur feierlichen Inthronisation bleibt alles streng geheim.
Man kann sich nicht bewerben
Eine Bewerbung gibt es nicht. Ebenso wenig bestehen feste Kriterien wie Wohnsitz in Hünenberg oder eine Mindestdauer der Zunftzugehörigkeit. Die Wahl erfolgt ausschliesslich durch den Zunftrat und oft völlig überraschend.
Es kann also gut sein, dass man eines Tages still und heimlich angefragt wird, ob man dieses besondere Amt übernehmen möchte. Die zukünftigen Zunftpaare sind dabei ganz unterschiedlich. Mal sind es langjährige, tief verwurzelte Mitglieder, mal Personen, die durch diese Anfrage überhaupt erst zur Zunft stossen.
Die Zeit vor der Inthronisation
Wer zusagt, trägt fortan ein grosses Geheimnis mit sich. Bis zur Inthronisation gilt es, dieses gut zu hüten, oft auch gegenüber Familie und Freunden. An der Inthronisation selbst steht das Zunftpaar erstmals im Mittelpunkt und wird in einer feierlichen Zeremonie in sein Amt eingesetzt.
Das Zunftjahr beginnt
Bereits am Tag nach der Inthronisation treffen die ersten Gratulantinnen und Gratulaten ein und schmücken den Hauseingang des Zunftpaares. Am Abend werden die Throne übergeben, für die zu Hause ein passender Platz gefunden werden will. Ein weiterer Höhepunkt ist die Huldigung. Das Zunftpaar lädt die ehemaligen Meisterpaare zu einem geselligen Anlass ein und wird dabei gebührend gefeiert.
Fasnacht im Zentrum des Geschehens
Während der Fasnacht ist das Zunftpaar das Aushängeschild der Eichezunft. Es führt bei den Umzügen die Eichezunft an und wird dabei von den Einhörnern begleitet.
Zum Programm gehören zahlreiche Besuche und Auftritte:
- Besuche in Kindergärten, inklusive Erzählen des traditionellen Eichemärlis
- Auftritte im Alterszentrum Lindenpark sowie beim Kreis der Gemütlichen
- Teilnahme an den Bällen der Hünenberger Guggenmusiken, darunter Hammerball und Chlämmerball
- Besuch der Schnitzelbänke, bei denen das Zunftpaar oft selbst Teil der Geschichten wird
Das grosse Finale
Der Höhepunkt folgt am Fasnachtsdienstag. Nach einem festlichen Essen mit den ehemaligen Meisterpaaren zieht das Zunftpaar ein letztes Mal am Hünenberger Umzug durch die Strassen. Häufig wird es dabei von kreativen Fangruppen überrascht.
Emotional wird es beim Abschluss am grossen Scheiterhaufen. Der Eichefrässer wird verbrannt, und das Zunftpaar richtet von der Hebebühne aus seine letzten Worte an die Fasnacht. An der anschliessenden Uuslumpete verabschiedet es sich von dieser intensiven und unvergesslichen Zeit.
Nach der Fasnacht
Nach dem Zunftjahr wird das ehemalige Zunftpaar in den Meisterstand erhoben. Bereits an der darauffolgenden Fasnacht übernimmt es eine neue Aufgabe, nämlich die Organisation der Eicheorden.
Dabei wird gebacken, gefädelt und gemeinsam mit einem Team dafür gesorgt, dass die Orden rechtzeitig verteilt werden.
Kosten und Aufwand
Der Zunftrat ist bemüht, den finanziellen Aufwand für das Zunftpaar überschaubar zu halten, sodass dieses besondere Amt grundsätzlich allen Mitgliedern der Eichezunft offensteht.
Diese Seite wurde zuletzt am 21. Mai 2026 geändert.