Michael Werder
Michael Werder wächst in Hünenberg auf und ist seit seiner Kindheit mit der Eiche Zunft verbunden. Seit 2013 ist er 1. Zunftmeister. Als Filmemacher, Geschichtenerzähler und Kulturschaffender prägt er die Fasnacht mit Theaterstücken, Kulturprojekten und seinem Engagement für Brauchtum und Gemeinschaft.
Person
Ich wurde 1980 in Zug geboren und bin in Hünenberg aufgewachsen. Beruflich bin ich als Filmemacher, Geschichtenerzähler und Kulturschaffender tätig. Die Fasnacht und insbesondere die Eiche Zunft begleiten mich seit meiner Geburt.
Eiche Zunft
Eigentlich kenne ich kein Leben ohne die Eiche Zunft. Ich bin mit ihren Anlässen, Traditionen, ihrer Kultur und ihren Menschen aufgewachsen. Viele meiner Kindheitserinnerungen haben mit der Fasnacht zu tun. Die Eichelüüt waren für mich nie einfach Vereinsmitglieder. Sie waren für mich immer Familie.
Schon als Kind half ich beim Bau des Eichefrässers mit und verbrachte unzählige Stunden mit Menschen, die sich mit viel Herzblut für die Zunft engagierten. Dabei lernte ich früh, dass die Eiche Zunft weit mehr ist als die Fasnachtstage im Januar oder Februar. Sie lebt das ganze Jahr über von Freundschaften, gemeinsamen Erlebnissen und Menschen, die Verantwortung übernehmen.
Für mich ist die Eiche Zunft deshalb nicht einfach ein Verein. Sie ist ein wichtiger Teil meines Lebens und meiner Geschichte.
Zunftrat
Seit 2011 gehöre ich dem Zunftrat der Eiche Zunft an. Damit durfte ich schrittweise mehr Verantwortung für die Zunft übernehmen, die mich seit meiner Kindheit begleitet. Seit 2013 bin ich 1. Zunftmeister der Eiche Zunft. Dieses Amt verstehe ich nicht als besondere Stellung, sondern als Dienst an der Gemeinschaft. Die Eiche Zunft lebt von Menschen, die sich einbringen und gemeinsam etwas schaffen. Deshalb entstehen wichtige Entscheidungen nie allein, sondern immer im Austausch mit dem Zunftrat und den vielen Helferinnen und Helfern, die unsere Anlässe ermöglichen.
Seit 2011 schreibe ich die Theaterstücke für die Inthronisation. Dabei versuche ich, fasnächtliche Traditionen mit aktuellen Themen und gesellschaftlichen Beobachtungen zu verbinden. Die Stücke sollen unterhalten, dürfen aber auch zum Nachdenken anregen.
Die Inthronisation begleitet mich schon fast mein ganzes Leben. Als Jugendlicher war ich für technische Aufgaben im Hintergrund tätig. Später durfte ich kreativ mitgestalten und Verantwortung übernehmen. Gerade diese Entwicklung vom Helfer hinter den Kulissen zum Mitgestalter des Anlasses bedeutet mir viel.
Kulturverständnis
Für mich ist Fasnacht gelebte Kultur. Sie bringt Menschen zusammen, schafft Gemeinschaft und verbindet Generationen. Gleichzeitig bietet sie Raum für Humor, Kreativität und die Freiheit, der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten.
Die Fasnacht hat mich nicht nur begleitet, sondern auch geprägt. Viele Dinge, die mich heute beruflich beschäftigen, haben ihren Ursprung in der fünften Jahreszeit. Geschichten erzählen, Menschen bewegen, gesellschaftliche Themen aufgreifen und Kultur vermitteln. All das habe ich schon früh in der Fasnacht erlebt. In diesem Sinn hat mich die Fasnacht zu dem gemacht, was ich heute bin: Filmemacher, Geschichtenerzähler und Kulturschaffender.
Viele Entwicklungen unserer Zeit führen dazu, dass Menschen sich immer stärker in ihre eigenen Lebenswelten zurückziehen. Vereine schaffen einen Gegenpol dazu. Sie bringen Menschen zusammen, die sich sonst vielleicht nie begegnen würden. Genau deshalb halte ich die Fasnacht und das Vereinsleben auch heute für wichtig.

Auszeichnungen
Zuger Fasnächtler des Jahres (2026)
Persönliches
Wenn ich an die Eiche Zunft denke, denke ich nicht zuerst an Ämter, Projekte oder Auszeichnungen. Ich denke an Menschen. Viele der Personen, die mich als Kind begleitet haben, sind bis heute Teil meines Lebens. Gleichzeitig darf ich heute erleben, wie eine neue Generation von Kindern und Familien ihren Platz in der Zunft findet. Genau das macht für mich den besonderen Wert der Eiche Zunft aus.
Wenn am Fasnachtsdienstag das Eichefeuer brennt, schaue ich noch immer gerne in die Flammen. Vielleicht, weil sich dort Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Zunft begegnen. Die Eiche Zunft hat mein Leben geprägt wie kaum etwas anderes. Deshalb engagiere ich mich bis heute mit Freude für ihre Traditionen, ihre Menschen und ihre Zukunft.
Zum 40-Jahr-Jubiläum der Eichezunft kreierte der Zunftrat, darunter auch Michi Werder, unter der Leitung von Jürg Nussbaumer, Bäcker und Konditormeister der Bäckerei Nussbaumer, die Schoggi-Eichle, die bis heute auf grosse Begeisterung stösst.
Die Idee sowie die Realisierung des Films «Dräcksou» zum 40-Jahr-Jubiläum der Eichezunft stammt von Michael Werder. Für ihn wird das Projekt zu einer Herzensangelegenheit, weil er mit der Eiche Zunft aufgewachsen ist und als Filmemacher, Kulturschaffender und 1. Zunftmeister die Welten von Fasnacht, Film und Kultur miteinander verbinden möchte.
Diese Seite wurde zuletzt am 7. Juni 2026 geändert.
