Hünenberger Fasnachtspuppen
Die Hünenberger Fasnachtspuppen entstehen Anfang der 1990er Jahre und prägen seither das Dorfbild während der Fasnacht. Zünfterinnen und Zünfter sowie weitere Beteiligte gestalten die Figuren und platzieren sie an Balkonen, in Gärten und im Dorfzentrum. Die Tradition entwickelt sich über die Jahre stetig weiter.
Bei einem Besuch des Umzugs in Ägeri geraten viele ins Schwärmen über die schönen Puppen in den Gärten, vor den Geschäften und auf den Balkonen. Zunächst bleibt es beim Staunen, doch bald erklärt sich jede Zunftratsfamilie bereit, eine «zünftige» Figur für die Dorfdekoration zu erstellen. Am 17. Januar 1990 ist es dann so weit: Das Dorf wird wieder beflaggt und gebändelt und die Puppen werden an ihren Plätzen aufgehängt. So entstehen in Hünenberg die ersten Fasnachtsfiguren.
Ausbau und Weiterentwicklung
Im November 1992 nimmt der Zunftrat erneut die Puppenproduktion auf. Pius Käppeli baut Eisengestelle, die mit Kleidung versehen werden können. Um die fertigen Puppen an den richtigen Orten zu platzieren, unternehmen die Zunfträte Klaus, Rita und Fränzi eine Dorfbegehung, bei der sie die besten Standorte festlegen.
Am 29. und 30. Januar 1993 wird das Dorf dann richtig fasnächtlich geschmückt. In vielen Stunden kreieren Zünfterinnen und Zünfter sowie Gugger über 60 originelle Puppen, die auf Balkonen, in Läden und an öffentlichen Plätzen ausgestellt werden. Natürlich dürfen auch die farbenfrohen Flaggen und Fasnachtsbändel nicht fehlen.
Mit der Zeit sammeln sich immer mehr Puppen im Keller. Jedes Jahr werden sie von Brigitte Baumgartner, später von Anna Bucheli und Margrit Werder, zusammen mit fleissigen Helferinnen aufbereitet, verteilt und nach der Fasnacht am Aschermittwoch wieder verstaut.
Professionalisierung und Organisation
Im Jahr 1998 werden die Puppen noch professioneller. Cornel Schuler fertigt neue Eisengestelle an, die nun auf stabilen Holzplattformen stehen. Diese Art von Gestell hat sich bis heute bewährt. 1999 übergibt Margrit Werder das Amt der Puppenchefin an Anita Kündig.
Von 1999 bis 2022 ist Anita Kündig verantwortlich für die Organisation und Betreuung der Puppen. In dieser Zeit sorgt sie gemeinsam mit ihren Helferinnen und Helfern dafür, dass die Puppen mit schönen Guggengewändern eingekleidet werden. Diese Kleider erhalten sie kostenlos. Zusätzlich bekommen die Puppen Köpfe mit Gesichtern, wodurch sie noch lebendiger wirken. Die Frisierköpfe dafür spenden freundlicherweise lokale Coiffeurgeschäfte.
Leider gibt es immer wieder Randalierer, die einzelne Puppen zerstören, stehlen oder sogar anzünden. Aus diesem Grund entschliesst man sich, die Figuren künftig möglichst nicht mehr frei aufzustellen, sondern nur noch auf Balkonen, in Gärten und in Geschäften.
Die sogenannten «Gastfamilien» werden jedes Jahr angefragt, ob sie eine Puppe bei sich aufnehmen möchten. So erhalten die Figuren für einige Zeit eine «Frischluftherberge». Auch der Transport der Puppen verbessert sich im Laufe der Jahre deutlich. Nach wie vor werden sie auf einem grossen Anhänger transportiert und im Dorf verteilt. Manche Puppen erhalten von Anita und ihren Helferinnen sogar Namen, oft weil sie an echte Personen erinnern, sei es aus dem Ort oder von weiter her.
Im Jahr 2022 übergibt Anita Kündig das Amt an Silvia Limacher, die nun die Verantwortung für die Weiterentwicklung der Puppen trägt.
Diese Seite wurde zuletzt am 6. Juni 2026 geändert.